A-Jugend: Packendes Revierderby bleibt ohne Sieger

A-Jugend

Von Manfred Scheibe, WAZ Herne

Die A-Jugendteams von Westfalia Herne und TuSEM Essen teilen sich die Punkte. Beide Mannschaften haben beim 24:24 das Siegtor in der Hand.

HCW-Hallensprecher Patrick Dereser dankte nach dem packenden Bundesligaduell zwischen den A-Jugendteams des HC Westfalia Herne und TuSEM Essen den zahlreichen Fans auf der Tribüne für die „würdige Handballstimmung“. Am Ende dürften beide Lager mit dem 24:24 (12:10) zufrieden gewesen sein, obwohl Heimmannschaft wie Gast das Siegtor in den Händen hatten.

Symptomatisch für das gesamte Spiel war die Schlussminute, in der Lion Doepp die nach drei Serientreffern zum 18:17 immer vorne liegenden Dragons ein weiteres Mal in Führung brachte. Essen glich im Gegenzug aus, woraufhin Stephan Krebietke sein Team in der Auszeit 31 Sekunden vor dem Abpfiff auf den vermeintlich letzten Angriff vorbereitete. Die Spannung war aber in beiden Mannschaften so hoch gepusht, dass Westfalia zu früh und unvorbereitet den letzten Wurf nahm. Zum Glück blieb auch der Gast nach seiner Auszeit zehn Sekunden vor dem Ende erfolglos. Kämpferisch hatte sich niemand etwas vorzuwerfen. Auf beiden Seiten ging es kraftvoll mit Haken und Ösen zu.

Bystron zeigt ein starkes Debüt

Insgesamt ein starkes Saisondebüt feierte nach seiner Verletzung Neuzugang Jan Bystron im Tor, der mit einer Glanzparade in die Partie startete und auch später ein großer Rückhalt war. Auch sein Gegenüber machte es den heimischen Schützen schwer.

Die Feldspieler auf beiden Seiten brauchten eine längere Anlaufzeit, um ihre Nervosität abzulegen. Oft kamen die letzten Pässe noch zu ungenau, immer wieder schlichen sich auch technische Fehler ein. Bei optimalerem 6-4-Überzahlspiel hätten die Strünkeder den 8:5-Vorsprung sogar ausbauen können. Stattdessen gelang dem Ex-Herner Dominik Wolak, der insgesamt neun Mal erfolgreich war, noch mit dem Pausenpfiff der 10:12-Anschlusstreffer.

Zu Beginn der zweiten Hälfte wirkten die Gäste entschlossener, erhöhten das Tempo und hatten bei vier Serientreffern auch das nötige Wurfglück. Bystron steigerte sich aber immer mehr und übertrug damit auch wieder Sicherheit auf seine Vorderleute.

Probleme gegen offensive Deckung

Als Westfalia den 15:17-Rückstand in eine 18:17-Führung umwandelte und den Vorsprung sogar auf 21:19 ausbaute, schien Essen zu wackeln. Mit der offensiveren Deckungsweise hatten die Strünkeder dann aber doch leichte Probleme.

Trainer Krebietke erreichte mit seinen Instruktionen in der immer dramatischer werdenden Endphase sicherlich nicht mehr alle seine Akteure. „Bis zum Schluss war spürbar, wie wichtig die Begegnung für beide noch punktlosen Mannschaften war. Dramatik und Kampf liefen den spieltechnischen Aktionen den Rang ab. Wir müssen an unserer Ruhe und Konzentration noch weiter arbeiten“, zeigte sich Krebietke aber trotz einiger technischer Fehler nicht unzufrieden. Für sein gutes Auge bei Anspielen und Torwürfen ist der achtfache Torschütze Chris Funke aus der homogenen Truppe hervorzuheben.

HCW: Seifert, Bystron; Dudda (2), J. Ollesch, Meier (5/2), Kostuj (2), Frein, Sibbel (1), Funke (8/1), Achatz, Fiedler (2), Doepp (4)