1. Mannschaft: HC Westfalia Herne : ATV Dorstfeld 30:39 (14:19)

1. Mannschaft

Von Manfred Scheibe, WAZ Herne

Zielwasser war es sicherlich nicht, was einige Herner Spieler am Vorabend des Spiels bei der Geburtstagsfeier von Maximilian Schilling getrunken haben. Die Auswirkungen sind offenbar nicht richtig eingeschätzt worden. Aber gegen den stark auftrumpfenden Gast hätte es auch ein HCW in Topform sehr schwer gehabt. Dorstfeld hat den Strünkedern nach einer halbwegs ausgeglichenen Anfangsviertelstunde die Grenzen aufgezeigt und den angestrebten siegreichen Saisonabschluss durchkreuzt. Der misslungene letzte Heimauftritt Westfalias trübt aber nicht die insgesamt gute Saisonleistung. Dorstfelds körperliche Überlegenheit wirkte sich sowohl im Deckungsverband als auch durch Wurfkraft und Durchsetzungsvermögen im Angriff aus. Nach der 10:8-Führung setzte sich der ATV kontinuierlich weiter ab. Herner Angriffsbemühungen blieben immer öfter zu durchsichtig und zu drucklos. Vergebene Chancen und im Deckungsblock hängengebliebene Würfe nagten zusehends an der Ballsicherheit, wie am Selbstvertrauen. „Wir haben keine konstante Linie gefunden. Gegen die stabile und körperlich starke Abwehr konnten wir uns zu selten behaupten. Und unsere eigene Defensive fand nicht die Mittel, um Dorstfelds Torgefahr einzuschränken. Dann wird es schwer, im Spiel zu bleiben“, sah Trainer Robertas Cerniauskas früh die Hoffnungslosigkeit, Revanche für die ebenfalls klare Hinspielniederlage zu nehmen. Die Gäste kontrollierten bis zum Schluss das Spielgeschehen und legten nach Belieben Tor um Tor nach. Alle drei eingesetzten Torhüter konnten einem fast leidtun. Der im zweiten Abschnitt eingesetzte junge Daniel Ebereonwu motivierte sich nach gelungenen Paraden immer wieder neu. Im Angriff blieb die Trefferquote einfach unter dem Durchschnitt. Einmal mehr auszunehmen ist hier lediglich Fabian Scheunemann, von dem im Zusammenspiel mit Robin Hodde die größte Gefahr ausging. Dagegen benötigten insbesondere die Rückraumschützen Luke Schumann und Kai Schwitalski für ihre Torerfolge zu viele Versuche. Bei mehreren Würfen stand aber auch das Torgestänge im Weg. Den Gästen merkte man bis zum Schluss an, dass sie den zweiten Tabellenplatz im Visier hatten. Gerade auch den ganz jungen Akteuren wie Alexander Schade, Oskar Kostuj, Julian Ollesch und Johannes Rogat kann ein Duell gegen eine körperlich so präsente Mannschaft in der weiteren Entwicklung nur weiterhelfen. Davon ist auch der scheidende Trainer Robertas Cerniauskas überzeugt: „Die Mannschaft hat eine gute Saison gespielt, sich weiter entwickelt und junge Spieler gut integriert. Ich wünsche ihr für die Zukunft alles Gute.“ 

HCW: D. Ollesch, Greger, Ebereonwu; Schumann (3), J. Ollesch (3), Klamann, Rogat, Hodde (3), Schilling (1), F. Scheunemann (9/2), Schade (3), Schwitalski (4), Kostuj (4)