1. Mannschaft: HC Westfalia Herne : FC Schalke 04 2 43:29 (25:12)

1. Mannschaft

Von Manfred Scheibe, WAZ Herne

Von Anfang an zeigten die Herner, wer Herr im Haus ist. Die Angriffsbemühungen des Tabellenvorletzten wurden schon im Keim erstickt. Kompromisslos trat die HCW-Deckung den Schalker Offensivkräften entgegen. Schon nach zehn Minuten (8:2) war der Kuchen praktisch gegessen. Der Gastgeber marschierte ohne energische Gegenwehr durch die überforderte Gästeabwehr und schien nicht aufzuhalten zu sein, bis er dann doch noch einmal kurzzeitig durch nachlassende Körperspannung und Konzentration beim FC Schalke 04 für Aufwind sorgte. Die einzige Schwächephase der Westfalia war nach dem 10:6 aber schnell überwunden. Mit einem Sturmlauf zum 21:10 waren die Verhältnisse wieder gerade gerückt. Richtige Spannung machte sich eigentlich zu keinem Zeitpunkt breit. Vornehmlich Luke Schumann brachte in der Anfangsphase seine Durchsetzungskraft zur Geltung. Auch eine vorübergehende Manndeckung half dem FC Schalke nicht, weil auf Herner Seite alle Akteure Torgefahr ausstrahlten. Die junge Garde mit Richard Sibbel, Oskar Kostuj, Alexander Schade und Johannes Rogat – allesamt je fünfmal erfolgreich – wirbelten selbstbewusst und entschlossen die gegnerische Abwehr durcheinander. Marvin Scheunemann hatte seine Ladehemmung aus der Vorwoche ebenfalls abgelegt. Auch in der Deckung erfüllten alle ihren Auftrag. Routinier Kai Schwitalski hatte es in der Mittelposition nicht besonders schwer, die Rolle des Lenkers auszufüllen. Der fehlende Alexander Rödiger und der aufgrund einer Verletzung erst spät ins Rennen geschickte Robin Hodde wurden kaum vermisst. Zudem gewährte Trainer Robertas Cerniauskas Fabian Scheunemann, dem erfolgreichsten HCW-Schützen dieser Saison, größere Spielpausen. Im zweiten Abschnitt senkte Daniel Ebereonwu nochmals den Altersdurchschnitt, als er Hannes Greger im Tor ablöste. Auf der Torwartposition hatte Westfalia neben der spielerischen Überlegenheit ein weiteres Plus. Beide Schalker Keeper sahen selten Land. Ohne eine gewaltige Leistungssteigerung werden die Gelsenkirchener die Klasse wohl kaum halten können. Dabei bot der Gast mit Barth, Winkler, Mackowiak und Kolev Akteure mit höherklassiger Erfahrung auf, die aber nur sporadisch ihre frühere Form aufblitzen ließen. Robertas Cerniauskas war mit dem Auftritt seines Teams hoch zufrieden: „Dass ich einen völlig entspannten Nachmittag hatte, lag an der guten Einstellung aller Akteure. Ganz wichtig war unser nie nachlassender Druck trotz des hohen Pausenvorsprungs. Schalke hat früh seine Chancenlosigkeit einsehen müssen.“

HCW: Greger, Ebereonwu, Ollesch (n.e.); Schumann (7), Sibbel (5), Klamann (4), Rogat (5), Hodde, M. Scheunemann (6), F: Scheunemann (5/3), Schade (5), Schwitalski (1), Kostuj (5)