1. Mannschaft: RSV Altenbögge-Bönen : HC Westfalia Herne 31:30 (17:14)

1. Mannschaft

Von Manfred Scheibe, WAZ Herne

Dramatischer geht es kaum, unglücklicher auch nicht. Nach dem Anschlusstreffer zum 31:30 waren nur noch 34 Sekunden zu spielen. Diese Zeit nutzte der Gastgeber mit Auszeit und Ballsicherung, dennoch kam Westfalia zum letzten Angriff. Der letzte Pass von Hannes Greger über das gesamte Feld zum durchgestarteten Marvin Scheunemann kam leider nicht an. Es hätte die Krönung einer starken Aufholjagd werden können. Bei der Frage nach dem gerechten oder ungerechten Ausgleich müssen die Strünkeder berücksichtigen, dass insgesamt fünf Siebenmeter nicht ihr Ziel fanden. Von insgesamt sechs Strafwürfen versenkte lediglich Kai Schwitalski einen, vergab aber ebenso zwei wie Fabian Scheunemann und Marvin Scheunemann (1). Und dennoch gaben sich die Herner nie auf, kämpfen verbissen um den Anschluss. Den besseren Start der mit Verzögerung begonnenen Partie hatte der HCW. Von 3:1 über 5:3 lag Westfalia bis zum 7:6 in Führung. Dann bestimmte Altenbögge-Bönnen, von den eigenen Fans lautstark angetrieben, mit drei Serientreffern stärker das Geschehen und baute den Vorsprung bis zur 39. Minute auf 21:17 aus. Vier Minuten später hatten die Strünkeder ausgeglichen (22:22). Spätestens danach war die Begegnung an Spannung nicht mehr zu überbieten. Obwohl nur der Gastgeber die Punkte im Abstiegskampf dringend benötigte, ließ der HCW die Zügel nie Schleifen und kämpfte verbissen. In manchen Situationen war die Deckung vielleicht etwas zu passiv und kassierte durch einfache Kreuzwechsel über die Mittelposition leichte Tore. Nicht alles konnte der mit einer überzeugenden Leistung aufwartende Hannes Greger im Tor ausbügeln. Die stabil und robust auftretende Mannschaft des Gastgebers profitierte auch etwas mehr von der großzügigen Regelauslegung des Schiri-Gespanns. „Die kämpferische Einstellung meiner Mannschaft kann ich ein weiteres Mal nur loben. Diesmal versagten leider bei einigen Spielern auf dem Weg zum Siebenmeterpunkt die Nerven“, zeigte Trainer Robertas Cerniauskas aber dafür durchaus Verständnis. Der Gastgeber feierte den glücklichen Sieg überschwänglich. Ob damit der Klassenerhalt geschafft ist, wird der Endspurt in der Meisterschaftsrunde zeigen.

HCW: Greger; Ebereonwu; Schumann (7), Klamann (1), Rogat (2), Hodde (4), Schilling, M. Scheunemann (5), F. Scheunemann (6), Schade (2), Schwitalski (3/1)